22.12.2025
Wort zur Weihnacht * Weihnachtsbild im Sommerurlaub
Von Superintendent Christian Beuchel
Schon im Sommerurlaub fand ich mein Weihnachtsbild.
In diesen Tagen predigen wir wie jedes Jahr, dass Jesus und damit Gott im Stall zur Welt gekommen ist. In der Krippe, ziemlich ärmlich in der Gemeinschaft von Tieren und später von Hirten, begleitet von einem Engelchor und später von Astrologen, kommt Gott in die Welt. Also nicht nur im Himmel sind Gottes Wohnungen. Der Stall war ein Ort, an dem Gott der Welt nahe war.
Wir verbinden diese Erzählung mit der Hoffnung, dass Gott auch in unsere Welt kommt und hier eine Wohnung hat.
Die Frage, wo lebt Gott in unserer Zeit, wartet auf Antwort.
Ich entdeckte diesen Wegweiser am Fahrradweg: „Gotteswohnungen Weg“. Flaches Land, viel Natur und nur wenige Bauerhöfe. Ich vermute, dass dort Gott wohnt, wie er dort nicht wohnt.
Wo wohnt Gott?
In der Schöpfung. In meinen Gedanken, in meinem Herzen, in der hell erleuchteten 800 Jahre alten Kirche am Heiligen Abend. Sicher überall und dann wieder nirgends. Jeden Tag darf man sich auf den Weg machen, die Gotteswohnungen zu suchen und dann dort einzukehren. „Es ist der Grund, warum ich jeden Morgen und jeden Abend mit Gott spreche: weil ich nicht verlorengehen will in einer Welt, die ich immer weniger verstehe.“ (Tobias Haberl*). Mit dem Gebet könnte das Klingeln und das Klopfen an der Wohnung Gottes beginnen und die Einkehr. Fröhliche Weihnachten.
Christian Beuchel, Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Mühlhausen
* Tobias Haberl, Unter Heiden. Warum ich trotzdem Christ bleibe. btb Verlag, ISBN 978-3-442-77459-3