Startseite | Aktuelles & Presse | Links | Kontakt | Gästebuch | Impressum | Suchen

Sie befinden sich hier: Aktuelles & Presse

15.12.2018 (TA-MHL) Lieb gewonnene Weggefährten als Hirten in der Krippe

Einzigartige Darstellungen in "St. Peter und Paul" Oberdorla vom Hobbyschnitzer Martin Melzer geschaffen

Oberdorla - von Reiner Schmalzl

Kaum eine Weihnachtskrippe in der Region dürfte über so verschiedenartige Hirtendarstellungen verfügen wie die in „St. Peter und Paul“ von Oberdorla. Dieser Umstand ist Martin Melzer als dem Schöpfer jener holzgeschnitzten Kirchenkrippe zu verdanken. Nachdem der Hobbykünstler vor zehn Jahren zunächst Maria, Josef und Jesus geschaffen hatte, wollte er die heilige Familie künftig nicht allein stehen lassen. Schließlich gehören auch Hirten dazu, die seit dem Spätmittelalter mit dem zentralen Jesuskind dann als Nebenfiguren Einzug in Krippendarstellungen fanden.

Weil dem Hirten auf der Symbolebene die verschiedensten Bedeutungen innerhalb der Weihnachtsgeschichte zugeordnet werden, fand Martin Melzer aus seinem eigenen Lebensbereich jede Menge Hirten. Also Menschen, die sich als Hüter und Beschützer oder auf andere Weise dem Nächsten gegenüber verdient gemacht haben.


Sachverständiger für Holzspielzeug-Berufe

Zu diesen lieb gewonnenen Weggefährten zählt beispielsweise Melzers Großonkel Friedrich, der nicht nur biblische 101 Jahre alt geworden war, sondern sich sein Leben lang in seinem Obstgarten um die Bewahrung alter Apfelsorten kümmerte. So ist Onkel Friedrich mit einem Korb voller Äpfel in der Oberdorlaer Weihnachtskrippe verewigt. Auch sein Gesichtsausdruck verrät unschwer, dass er uralt geworden sein muss.

In Form eines anderen Hirten hat Martin Melzer seinem verstorbenen Bruder Reiner ein kleines Denkmal gesetzt, weil dieser sich einst als Pfarrer stets einfühlsam um das Seelenheil vieler Menschen kümmerte. So gesellten sich im Laufe der Jahre immer wieder Hirten hinzu. Diesmal ist ein suchender dazu gekommen, der sich auf einem Sockel fortwährend dreht.

„Wir sind ja alle Suchende“, meint Martin Melzer. Jene Figur bezeichnet er als Selbstdarstellung, denn auch mit 78 Jahren sei er noch immer auf der Suche nach neuen, erfüllenden Dingen.

Selbst Kennern fällt es mitunter schwer, den Stil jener Krippe einzuordnen. „Es ist eine Mischung von erzgebirgischem Stil und Oberammergauer Kunst“, erklärt der aus Amtsberg, dem Tor zum Erzgebirge, stammende Künstler. Als er nämlich einmal von seiner Familie einen Schnitzkurs für die Oberammergauer Holzbildhauerei geschenkt bekam, erlernte er dort neue Fertigkeiten. Diese fanden beispielsweise in einem sehr akkuraten Faltenschlag der Gewänder ihren Niederschlag. Vor allem aber seien die Hände und der Gesichtsausdruck der Figuren wichtig, betont der Experte. Besonders gelungen sein dürfte dies dann in seinem Selbstbildnis. Wie alle bisherigen Figuren ist auch die jüngste ein Geschenk an die Kirchgemeinde.

Nicht vergessen möchte der seit 1965 in Oberdorla lebende studierte Pädagoge und Musiker als Hobbybildhauer, dass das Lindenholz für seine Figuren selbstverständlich aus der Vogtei stammt. Und auch auf andere Weise macht sich der Senior in Sachen Holz stark. Denn Martin Melzer ist Sachverständiger für Holzspielzeug-Berufe in der Bundesrepublik und wirkt mitunter hartnäckig für die Erhaltung jener Ausbildungsberufe.


Die Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine:
Mittwoch, 23. Januar 2019:
Losungstext:
Ich will mit ihnen einen Bund des Friedens schließen, der soll ein ewiger Bund mit ihnen sein.
Hesekiel 37,26
Lehrtext:
Christus Jesus ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren.
Epheser 2,17
Seitenanfang