Der gute Hirte

Johannes Brehm
Der gute Hirte

Unsere Kirche „Der gute Hirte“, Baujahr 1771, erhielt 2012 das Signet „Radwegekirche“.
Wanderer, Pilger und Radfahrer sind eingeladen, Halt zu machen. Aus Hessen kommend ist somit die Begrüßung im ersten Ort in Thüringen zugleich auch eine Einladung zur Besinnung in einer offenen Kirche – „Spiritueller Radtourismus“.
So entstand in der Evangelischen Kirchengemeinde Großtöpfer der Wunsch, eine gastgebende Gemeinde zu werden. Es gibt regelmäßige Sommerkonzerte mit anschließendem Imbiss in und an der Radwegekirche. Diese Veranstaltungen standen mit dem Wegfall der Pfarrstelle im Dorf vor ihrem Ende. Die Idee wurde nun durch das ehrenamtliche Engagement von Einheimischen gerettet:
Die Gastgeberinnenfunktion übernahmen in ökumenischer Eintracht zwölf Frauen aus den Kirchengemeinden in Großtöpfer. Als „Rotkäppchen-Club“ laden sie im Sommer am Sonntagnachmittag zum Sommercafé an der Kirche ein.
Dazu gibt es frische Waffeln, Kaffee und Getränke für die vorbeikommenden Radlerinnen und Radler, Gäste sowie Einheimische.

Einladung zum Konzert
Im Besonderen sind Sie herzlich nach dem Sommercafé eingeladen zum Konzert am
Sonntag, dem 30.08.2026, 17.00 Uhr
in der Kirche „Der gute Hirte“ Großtöpfer:
„Harfenzauber und Gesang zur Sommerzeit“
mit KLARA VOM QUERENBERG, Erfurt
Eine akustische Reise durch die Musikwelten verschiedener Jahrhunderte zur Sommerzeit mit Gesang, Harfen, Laute, Organetto, Glockenspiel, Flöten, Hackbrett, Drehleier u.a.
Die Musikstücke werden umrahmt von Geschichten, Lebenserfahrungen und Meditationen.
Eintritt frei, Spende am Ausgang möglich,
im Anschluss: Imbiss + Getränke.



Adressdaten


Daten & Fakten


  • Baujahr: 1745 wurde die Wetterfahne aufgesetzt, 1771 die Kirche geweiht
  • Baustile: Barock Gestaltet wurde der gesamte Kirchenraum mit der Renovierung 1901-1903 im Stil der Neo-Renaissance: Rückbesinnung auf die Anfänge des evangelischen Glaubens zur Zeit der Reformation und des Humanismus und damit Aufbruch in eine neue Epoche. Im Zentrum des Kirchenraumes sehen Sie im Renaissance - Stil den Altar. Er steht in Blick- und Gebetsrichtung nach Osten, der Ausrichtung auf die aufgehende Sonne, nach Jerusalem, zum Ort der Kreuzigung und Auferstehung Jesu. Auf dem Bild des Hochaltars ist Jesus Christus dargestellt in den Farben Blau - der Farbe des Himmels und der Treue, und Rot - der Farbe des Blutes und der Liebe. Die Fenster zeigen, ebenfalls im Renaissance-Stil, links Paulus als den Apostel des Glaubens über der Kanzel und rechts Johannes als den Apostel der Liebe über dem Taufstein. Der Taufstein trägt in der Kuppa die Jahreszahl 1584 und ist damit eines der ältesten Gegenstände in unserer Kirche. Der Sockel wurde offensichtlich 1859 erneuert. Die Kanzel wurde 1902 erneuert und ist jetzt ein Schmuckstück unserer Kirche. Der Altarraum wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts dem Zeitgeschmack entsprechend mit Wandmalerei ausgeschmückt: Girlanden-Gewinde von Fenster zu Fenster und Wandteppichmuster rundum. Bei der Renovierung 1956 wurde diese Gestaltung dem schlichteren modernen Empfinden geschuldet übermalt. Lediglich die Ausmalung der Fensterlaibungen blieb erhalten (restauriert 2017/18).
  • Besonderheiten: zwei Renaissance-Grabplatten:
    1568 bekannte sich der Pfarrer von Ershausen - Johann Kniege - offen zum evangelischen Glauben. Er wurde durch den erzbischöflichen Kommissar von Ershausen vertrieben, aber Werner von Hanstein setzte ihn als ersten Pfarrvikar in Großtöpfer ein.
    So wurde aus dem ehemalig katholischen Hülfensberg-Filialdorf Großtöpfer das selbständige evangelische Pfarrdorf Großtöpfer mit eigener lutherischer Kirchengemeinde.
    Die Grabsteine des Hansteiner Kirchenpatrons Werner von Hanstein und seiner Gattin Margarete von Hanstein sind zur Erinnerung in der Kirche angebracht.
    Erst 1648, nach dem 30-jährigen Krieg, wurde mit dem Westfälischen Frieden festgelegt, dass die Glaubenszugehörigkeit dort gelten solle, wo sie am Stichtag, dem 01.Januar 1624, praktiziert worden war. In Großtöpfer war evangelisch gepredigt worden. Es blieb evangelisch.
    1660 beginnen die Kirchenbücher der Evangelischen Kirchengemeinde Großtöpfer.
  • Öffnungszeiten Sommer:
    8-20 Uhr
  • Öffnungszeiten Winter:
    8-20 Uhr
  • Gottesdienste:
    14-tägig, sonntags 10.30 Uhr
    Festgottesdienste an Feiertagen

Profil


verlässlich geöffnet - Wir führen das Signet "Verlässlich geöffnete Kirche". Radwegekirche mit Signet - Wir führen das Signet "Radwegekirche". Gottesdienst - Bei uns findet regelmäßig Gottesdienst statt. Bibel zur Lektüre - Bei uns liegt eine Bibel zur Lektüre aus. Führungen - Wir bieten auf Nachfrage Führungen an. Veranstaltungen - Wir führen besondere Veranstaltungen durch (z.B. Konzerte oder Ausstellungen). Reformation - Unsere Kirche ist ein Ort der Reformationsgeschichte. Pilgerweg - Wir sind eine Station auf einem Pilgerweg. Angebote für Kinder - Bei uns gibt es Angebote für Kinder: z.B. Malecke, Kinderspielplatz, Kirchenpädagogik. Café - Wir führen ein Kirchen-Café. Rad- oder Wanderweg - Wir liegen an einem Rad-/wanderweg. Trinkwasser - Bei uns gibt es Trinkwasser in der Nähe. Toilette - Im Umkreis von 100m finden Sie eine öffentliche Toilette.

Beschreibung


Die von Martin Luther ausgelöste Reformation hinterließ auch im Eichsfeld ihre Spuren. Unter dem Schutz der Ritterschaft hatte sich fast das gesamte Eichsfeld dieser neuen evangelischen Lehre angeschlossen. Im Zuge der Gegenreformation wurde das Eichsfeld allerdings wieder fast gänzlich rekatholisiert.
Dass Großtöpfer auch weiterhin evangelisch geblieben ist, verdankt der Ort Werner von Hanstein und seiner Gemahlin Margarete von Tastungen. Als Angehörige des alten Eichsfelder Adelsgeschlechts von Hanstein hatten sie das Patronatsrecht über Großtöpfer. Sie sorgten 1568 dafür, dass der evangelische Pfarrer Johann Kniege in den Ort kam.
Seit dieser Zeit bestand Großtöpfer als Pfarrdorf einer evangelischen Gemeinde.
Unsere Kirchengemeinde Großtöpfer erstreckt sich über fast das gesamte Südeichsfeld von Kalteneber im Norden bis Hildebrandshausen im Süden, von Volkerode im Westen bis Großbartloff/Luttermühle im Osten. Sie umfasst 28 Orte und Ortsteile.
Als „Minderheitenkirche“ im katholischen Umland sind wir trotz dieser territorialen Ausdehnung eine sehr kleine Gemeinde mit zur Zeit nicht ganz 500 Gemeindegliedern.

Der Ort Großtöpfer liegt im Eichsfeld direkt an der Landesgrenze zu Hessen. In Großtöpfer vereinigen sich die beiden Radwege des Süd-Eichsfeldes, der „Kanonenbahn-Radweg“ und der „Südeichsfeld-Radweg“. Sie verbinden von Hessen aus den Werratal-Radweg mit dem Leine-Heide–Radweg und dem Unstrut-Radweg.
Weiterhin liegt Großtöpfer am Jakobsweg, der „Via Scandinavica“ und wird zunehmend von Pilgern von oder zum Franziskanerkloster auf dem nahegelegenen Hülfensberg aufgesucht.
Erstmalig nahm Großtöpfer 2013 an „Rad + Fun“ teil, dem Volksfest im Werratal unter großer Beteiligung von bis zu 3000 Radfahrerinnen und Radfahrern. „Rad + Fun“ erfreute sich großer Beliebtheit und war für viele ein fester Bestandteil der sommerlichen Radfahrsaison. So auch in Großtöpfer 2014, 2016, 2018 und nach der "Corona-Pause" ein letztes Mal am 11.06.2023.