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Nach rund drei Monaten Jugendkirche in der Mühlhäuser Martinikirche zogen jetzt Jugendliche gemeinsam mit der traditionellen Gemeinde Zwischenbilanz. Die zeigte sich sehr offen für die Ideen, aber auch Ängste über die Zukunft von St. Martini wurden deutlich.
Mühlhausen - von Anke KÜHN
Immer am ersten Sonntag im Monat, zu einer dem Schlafbedürfnis Jugendlicher entgegenkommen Uhrzeit, 17 Uhr, verwandelt sich die Martinikirche seit November in einen Gottesdienstraum der besonderen Art: Bunte Tücher geben ein warmes Flair, Band statt Orgel begrüßt die Besucher und Scheinwerfer ersetzen die herkömmliche Beleuchtung, sind dennoch gezielt auf das Kreuz über dem Altar gerichtet.
Genau das mache Jugendkirche aus, erläuterten jetzt Ingrid Walther und Micha Hofmann, die Verantwortlichen für die Jugendarbeit im Kirchenkreis, bei einer Gemeindeversammlung in St. Martini: Jugendliche gestalten Gottesdienste nach ihren Bedürfnissen, die Elemente bleiben dabei komplett erhalten. Bis zu 70 Jugendliche kamen bisher regelmäßig, längst nicht nur aus Mühlhausen. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass sich die jungen Leute sehr ernsthaft mit ihrem Glauben auseinandersetzen", schilderte Micha Hofmann.
Verständnis dafür, dass Jugendliche eine eigene Heimat in der Kirche bekommen sollen, zeigten die anwesenden Gemeindeglieder von St. Martini und zeigten sich sehr aufgeschlossen für die Ideen. Dennoch kamen auch Ängste zum Vorschein, nämlich, dass die Jugendkirche die traditionelle Gemeinde aus St. Martini, wo das Projekt erstmals in Thüringen überhaupt ein Zuhause bekommen hat, vertreiben könnte. Denn: Die Bauanträge für ein Gemeindezentrum neben St. Georgi, dem zweiten Gotteshaus im Kirchspiel, sind unterschrieben, wenn alles klappt soll Ostern 2009 Einweihung gefeiert werden. Im Gegenzug befürchtete die Gemeinde, dass sie St. Martini dann komplett räumen müssen.
Diese Vorstellung schaffte Pfarrer Marc Pokoj nun aus der Welt: In der derzeitigen Form laufe die Jugendkirche vorerst ein Jahr, um sich zu entwickeln. Wie es dann weitergeht, ist noch völlig offen. Und selbst wenn St. Martini Unterkunft bleibt, geschehe das nicht, ohne die Gemeinde einzubeziehen - und die sei ohnehin ausdrücklich, wie überhaupt alle Altersgruppen, herzlich zu den Gottesdiensten eingeladen.
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