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06.12.2016 (TA-MHL) Glocke in Issersheilingen soll wieder erklingen

Die Kirchengemeinde kann die Sanierungskosten allein nicht aufbringen. Zur Finanzierung werden nun Ideen gesucht.

Issersheilingen - von Sabine Spitzer

Auf fast 16?000 Euro belaufen sich die Sanierungskosten für die Kirchenglocke in Issersheilingen. Eine Summe, welche die 60-köpfige Kirchengemeinde nicht allein stemmen kann. Nun hoffen die Gläubigen auf Unterstützung, damit die Glocke wieder zum Klingen gebracht werden kann.

"Die Glocke fehlt, sowohl bei den Gottesdiensten als auch beim Ausläuten Verstorbener", macht Pfarrerin Annemarie Sommer deutlich.

Schon seit Juni schweigt das Bronzestück im Turm von "St. Johannes der Täufer". Damals hätte die Glocke beinahe den Glöckner verletzt. Bedient wurde sie über ein Seil per Hand. Im Juni war die Glocke plötzlich beim Läuten aus dem Joch gebrochen. Sie krachte in die Tiefe und verkeilte sich im Mauerwerk. Der Grund: Der Turm ist marode, Balken sind an- oder weggefault.

Dass die Sanierung nun rasch vorangetrieben werden muss, liegt auch ein wenig an Annemarie Sommers Eifer. Sie hatte nämlich Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) einen Antrag auf Lottomittel in die Hand gedrückt, als er im November nach Klettstedt zur Orgelweihe kam.

Pfarrerin muss auch Baumanagerin sein

Inzwischen hat die Thüringer Staatskanzlei 5000 Euro in Aussicht gestellt – noch im aktuellen Haushaltsjahr. "Dass es so schnell geht, hat mich ziemlich überrascht", gibt Annemarie Sommer zu

Daher könnte die Glockensanierung bereits 2017 beginnen. 1000 Euro will die Kirchengemeinde aus ihren Rücklagen beisteuern. "Und wir werden auch den Kirchenkreis um Unterstützung bitten müssen", erklärt die Pfarrerin. Der Rest soll über Spenden eingenommen werden. "Wir stricken noch an Ideen, die zur Kirche und zu den Menschen in Issersheilingen passen", so Annemarie Sommer.

Beim Gottesdienst in Hohenbergen am vierten Advent will Sommer zum Beispiel schon um Spenden für die Glockensanierung bitten. "Wir werden überall mal ein Töpfchen aufmachen und schauen, wo etwas rausfließt", meint die Pfarrerin.

"Ich weiß, die Sanierung ist ein Kraftakt", so Sommer gegenüber unserer Zeitung. Aber sie will optimistisch sein. "Die Kirche ist ja nicht nur für die Gläubigen da, sie prägt auch das Ortsbild", rechnet sie aber mit der Unterstützung vieler Issersheilinger. Die Sanierung von Glocke und Glockenstuhl ist allerdings nur ein erster Bauabschnitt. Später sollen das Uhrwerk und das Ziffernblatt restauriert werden. Denn als Experten den Schaden betrachten, hatten sie festgestellt, dass das Uhrwerk von 1889 auf seinem original Hartholzbock eine Besonderheit ist. Denn auffällig ist der Mechanismus, der zur halben Stunde die kleine Glocke anschlägt und zur vollen eine große. Diese existiert heute nicht mehr. Jedoch ist der Uhrwerk in einem schlechten Zustand, jahrelange Korrosion setzte dem historischen Stück zu. Die Kosten hierfür wurden auf 12?700 Euro geschätzt.

"Verglichen mit anderen Sanierungen sind die Kosten noch gering", weiß die Pfarrerin. Und trotzdem sei es eine Herausforderung, die Kirchen in Schuss zu halten. Zumal die Mitgliederzahlen zurückgehen. "Kollekten reichen da nicht aus."

Viele Dinge musste sich Annemarie Sommer inzwischen selbst beibringen. "Ausgebildet wurde ich zur Theologin, heute muss ich auch Baumanagerin sein", sagt Sommer, die für acht Orte zuständig ist. So warte in Bothenheilingen der Altar auf seine Restaurierung und in Blankenburg der Turm, außerdem liege in Kirchheilingen die Innenraumsanierung auf Eis, zählt die Pfarrerin nur einige "Baustellen" auf.

Doch zunächst hat die Glockensanierung in Issersheilingen Priorität. Denn die Dorfbewohner vermissen den Klang der Glocke.


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